Französische Literatur

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Die Epoche des Mittelalters  ist sehr ausgedehnt. Sie erstreckt sich vom Ende des weströmischen Kaistertums (circa 5. Jahrhundert) bis zum Fall von Konstantinopel bzw.  der Landung Christopher Kolumbus auf dem amerikanischen Kontinent im Jahr 1492; mit anderen Worten über tausend Jahre.

Frankreich ist im Wesentlichen ländlich geprägt. Das Leben wird durch die Arbeit und diese wiederum durch die Jahreszeiten geregelt.

Während wir uns diese Epoche oft als eine traurige und unglückliche Zeit für die Menschheit vorstellen, gab es in der Tat viele strahlende Phasen im Mittelalter. Besonders vom 11.ᵉ bis zum 13. Jahrhundert, als die romanischen und gotischen Kirchen entstanden.

Doch ein infernalisches Trio bricht regelmäßig über das Leben der Menschen herein: Krieg, Hungersnot und Seuche. Die Bevölkerung einer Stadt kann sich in zehn Jahren halbieren und dann schnell wieder zunehmen. Mehr als in jeder anderen Epoche standen die Männer und Frauen des Mittelalters auf einer Gratlinie, der Kipppunkt zum Tod war nie weit entfernt.

Auch wenn uns das Mittelalter weit weg erscheint, hat es unsere Kultur nachhaltig geprägt. In dieser Zeit sollte sich im Westen eine bestimmte Vorstellung der Liebe entwickeln, welche die Gemüter bis heute berieselt: die leidenschaftliche Liebe. Eine Liebe voller Hindernisse und lang ersehnter Umarmungen, die man sich durch Tapferkeitsbeweise verdienen muss!

Die französische Sprache im Mittelalter

Obwohl es im Laufe seiner Geschichte viele Einflüsse erfahren hat, ist das Französische ein direkter Abkömmling des Lateins. Nach dem Fall des Römischen Reiches wurde im Laufe des Mittelalters das von den Bewohnern Frankreichs gesprochene Niederlatein in eine Sprache umgewandelt, die dem Lateinischen nur noch sehr entfernt ähnelte. Bereits 813 versammelte ein Konzil die Bischöfe zu diesem Thema : Achten wir darauf, in unseren Predigten die Sprache unserer Anhänger zu sprechen und nicht Latein.

Außerdem gab es zu dieser Zeit den Buchdruck noch nicht. Bücher waren selten, den religiösen Schriften vorbehalten, und Papier war sehr teuer. Die Sprache dieser Zeit ist im Wesentlichen mündlich, mit erheblichen regionalen Abweichungen.

Die Literatur des Mittelalters war also weitgehend dazu bestimmt, rezitiert, gesungen oder gespielt zu werden. Das erklärt die Troubadoure und Trouvères und die Mysterienspiele.